Spuren der Eiszeit in Thüringen

Weimar Taubach

In Taubach wurden Ende des 19. Jahrhunderts große Mengen fossiler Knochen in mehreren kleinen , dicht beieinander liegenden Steinbrüchen geborgen.

Die sensationellen Funde  in Taubach erregten in der Fachwelt, die im 19. Jh. eine heiße Diskussion um die Abstammung des Menschen führte,   große Aufmerksamkeit: Denn in einer Fundschicht lagen Feuersteinwerkzeuge und angekohlte Tierknochen zusammen, was erstmals die gleichzeitige Existenz von eiszeitlichen Tieren und dem Menschen belegte.
Die paläontologischen und geologischen Untersuchungen ergaben, dass die Jäger und Sammler ihr Lager hier in der Eeemzeit, also der letzten großen Warmzeit vor 90 000 bis 120 000 Jahren anlegten.

Die Funde in Taubach zeigen, dass in der offenen, nur teilweise waldartigen Landschaft  neben auch heute noch vorkommenden Tieren Waldelefanten, Waldnashörner, Wildpferde, Wildrinder, Riesenhirsche, Höhlenbären und Wölfe lebten. Bevorzugte Jagdbeute der Menschen waren das Waldnashorn und der Waldelefant.

Die Menschen, die am und im Travertinsumpf lebten, stellten sehr kleinteilige Geräte aus Feuerstein und anderem schlagbaren Material her, deren Charakter und Funktion selbst dem geschulten Auge nur auf den zweiten Blick erkennbar ist.
Neben Steinen nutzten sie aber auch dei Knochen der Jagdtiere und Geweihteile vom Rothirsch, um daraus Geräte herzustellen.

Grabungsprofil von Weimar-Taubach um 1900

Grabungsprofil von Weimar-Taubach um 1900

Literaturtipps:

Behm-Blancke, Günter: Altsteinzeitliche Rastplätze im Travertingebiet von Taubach, Weimar, Ehringsdorf, in: Alt-Thüringen, Bd. 4, Weimar 1960

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